Neu Winter-Wendejacke Splittertarn Erweitern

Winter-Wendejacke Splittertarn

Neu

Winter-Wendejacke des Heeres mit einer Seite im Splittertarnmuster und einer weißen Schneetarnseite, ausgestattet mit wärmender Fütterung, großer Kapuze, Fronttaschen und Taillenregulierung. Als Teil der verbesserten Winterbekleidung für die Ostfront verband sie Kälteschutz und jahreszeitlich anpassbare Tarnung in einem einzigen Kleidungsstück.

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Die Winter-Wendejacke Splittertarn gehört zu den bedeutendsten Entwicklungen der Winterkampfbekleidung des Heeres während des Zweiten Weltkriegs. Ihre Entstehung steht in direktem Zusammenhang mit den katastrophalen Erfahrungen des ersten Winters an der Ostfront 1941-1942.

Die ursprünglich vorhandene Winterausrüstung erwies sich für die extremen Temperaturen, starken Winde und langen Einsatzzeiten im Freien als unzureichend. Herkömmliche Felduniformen und Mäntel boten nicht genügend Schutz für einen Kriegsschauplatz, auf dem Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt zum normalen Alltag gehören konnten.

Als Reaktion darauf wurde ein neues System spezieller Winterbekleidung entwickelt. Der sogenannte Winteranzug bestand aus mehreren aufeinander abgestimmten Teilen und sollte über der normalen Felduniform getragen werden.

Zu dieser Ausstattung gehörten unter anderem Winterjacke, Winterhose, Kopfschutz und Handschuhe. Entscheidend war dabei eine Kombination aus ausreichender Wärmeisolierung und möglichst großer Bewegungsfreiheit.

Die Winter-Wendejacke besaß deshalb einen weiten Überzieh-Schnitt. Sie musste über Feldbluse und weitere Bekleidungsschichten passen, ohne den Soldaten bei Bewegungen unnötig einzuschränken.

Zwischen den äußeren Stofflagen befand sich eine wärmende Polsterung beziehungsweise Fütterung. Hierfür wurden im Rahmen der Kriegswirtschaft auch aufbereitete und wiederverwendete Textilfasern eingesetzt.

Das herausragende Merkmal dieser Ausführung war jedoch die vollständig wendbare Konstruktion. Eine Seite war im bekannten Splittertarnmuster ausgeführt, während die andere Seite vollständig beziehungsweise weitgehend weißgehalten war.

Dadurch konnte der Soldat die Tarnwirkung seiner Winterbekleidung unmittelbar an die Umgebung anpassen. Auf nicht verschneitem, bewaldetem oder gemischtem Gelände wurde die Tarnseite nach außen getragen; bei geschlossener Schneedecke konnte die Jacke gewendet und die weiße Seite verwendet werden.

Das Splittertarnmuster ging auf den bereits 1931 eingeführten Buntfarbenaufdruck 31 zurück. Charakteristisch waren scharfkantige grüne und braune geometrische Farbflächen auf hellerem Grund.

Darüber lagen die typischen schmalen Regenstriche, die das Muster zusätzlich auflockerten und größere zusammenhängende Farbflächen optisch unterbrachen.

Auf einer großflächigen Winterjacke hatte das Tarnmuster eine besondere Wirkung. Neben der farblichen Anpassung an das Gelände half der unregelmäßige Druck dabei, die relativ voluminöse Silhouette der gefütterten Winterbekleidung weniger deutlich erscheinen zu lassen.

Die Jacke verfügte über eine große angesetzte Kapuze, die Kopf und Hals vor Wind und Kälte schützte. Ihre großzügigen Abmessungen ermöglichten das Tragen über zusätzlicher Kopfbedeckung und gegebenenfalls in Verbindung mit dem Stahlhelm.

Über Zugbänder ließ sich die Kapuze enger an das Gesicht anpassen und damit der offene Bereich reduzieren.

Die Vorderseite wurde über mehrere Knöpfe geschlossen. Überlappende Stoffpartien bildeten dabei einen zusätzlichen Windschutz und verhinderten möglichst weit, dass kalte Luft direkt durch die Verschlusslinie eindringen konnte.

Auf Taillenhöhe befand sich ein integriertes Zugband. Durch das Anziehen konnte die weite Winterjacke näher an den Körper gebracht werden, wodurch sowohl die Wärmeisolierung als auch die Beweglichkeit verbessert wurden.

Zwei Fronttaschen boten Platz für kleinere Gegenstände und waren so angeordnet, dass sie auch bei der wendbaren Konstruktion praktisch genutzt werden konnten.

Auch die Ärmelabschlüsse waren verstellbar, um die Öffnungen an den Handgelenken zu verkleinern und das Eindringen von Wind und Schnee zu reduzieren.

Bei verschiedenen historischen Ausführungen wurden besonders beanspruchte Bereiche zusätzlich verstärkt, beispielsweise an den Ellenbogen.

Im Gegensatz zur regulären Feldbluse stand bei der Winter-Wendejacke nicht die repräsentative Wirkung der Uniform im Vordergrund. Das Kleidungsstück war konsequent nach praktischen Anforderungen gestaltet: Wärme, Windschutz, Beweglichkeit und Tarnung.

Die Entwicklung der deutschen Winterbekleidung verlief schrittweise. Frühe Wendeanzüge konnten außen einfarbig grau oder grün und auf der Gegenseite weiß ausgeführt sein. Später wurden auch Tarnmuster verwendet.

Zu den wichtigsten Heeresvarianten gehörten Ausführungen in Splittertarn und später im Sumpftarnmuster. Damit wurde die Winterbekleidung zusätzlich an die unterschiedlichen Geländeformen des Kriegsschauplatzes angepasst.

Gerade an der Ostfront war die Wendbarkeit von großem Vorteil. Durch einen Wetterumschwung oder starken Schneefall konnte sich eine zuvor braun-grüne Landschaft innerhalb kurzer Zeit in eine fast vollständig weiße Umgebung verwandeln.

Statt eine zusätzliche Schneetarnbekleidung mitführen zu müssen, konnte der Soldat seine Jacke einfach umdrehen und innerhalb kürzester Zeit eine vollkommen andere Tarnwirkung erzielen.

Die Jacke gehörte normalerweise zu einem kompletten Winteranzug mit passender Wendehose. Zusammen bildeten beide Teile eine großflächige isolierende Außenschicht über der normalen Felduniform.

Erhaltene Originalstücke zeigen heute zahlreiche Unterschiede bei Stoff, Farbton, Fütterung und Verarbeitung. Unterschiedliche Hersteller und die zunehmende Materialknappheit führten besonders während der späteren Kriegsjahre zu erheblichen Abweichungen.

Es sind sogar originale Wendejacken bekannt, bei denen einzelne Bereiche aus abweichenden Tarnstoffen gefertigt wurden. Solche Stücke verdeutlichen besonders anschaulich, wie konsequent vorhandenes Material gegen Ende des Krieges genutzt wurde.

Die Winter-Wendejacke Splittertarn ist daher nicht nur ein charakteristisches Tarnbekleidungsstück, sondern ein Beispiel für die Anpassung militärischer Ausrüstung an extreme klimatische Bedingungen. Sie vereinte Kälteschutz, praktische Konstruktion und zwei unterschiedliche Tarnmöglichkeiten in einem einzigen Kleidungsstück.

Historische Besonderheit: Die Entwicklung der verbesserten Wende-Winterbekleidung war unmittelbar mit den Erfahrungen des Winters 1941-1942 in der Sowjetunion verbunden. Das Ergebnis war für seine Zeit bemerkenswert funktionell: Der Soldat konnte seine komplette äußere Erscheinung verändern, indem er die Jacke einfach von Splittertarn auf Schneeweiß wendete. Gerade an der Ostfront, wo eine einzige starke Schneefront das Landschaftsbild vollkommen verändern konnte, bot dieses Prinzip einen erheblichen praktischen Vorteil.

Technische Daten

MaterialObermaterial: 100 % Baumwolle Futter: 100 % Baumwolle Wattierung: 100 % Polyester (440 g/m²)

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