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Schnürschuhe M43 in spätkriegszeitlicher Ausführung mit knöchelhohem Schnitt, Schnürverschluss und widerstandsfähiger genagelter Sohle. Zusammen mit Gamaschen ersetzten die kurzen Schnürschuhe zunehmend die materialintensiven Marschstiefel und wurden während der späteren Kriegsjahre zu einem typischen Bestandteil der Feldausrüstung.

Die Schnürschuhe M43 gehören zu den charakteristischen Ausrüstungsgegenständen der deutschen Streitkräfte während der späteren Jahre des Zweiten Weltkriegs. Ihre zunehmende Verwendung zeigt besonders deutlich den Übergang von der vergleichsweise materialaufwendigen Vorkriegsausstattung zu einer Bekleidung und Ausrüstung, die immer stärker von Rohstoffersparnis und vereinfachter Fertigung geprägt war.
Das klassische Erscheinungsbild des deutschen Soldaten der frühen Kriegsjahre ist eng mit den hohen Marschstiefelnverbunden. Tatsächlich gehörten jedoch bereits vor Kriegsbeginn auch knöchelhohe Schnürschuhe zur militärischen Ausstattung.
Seit 1937 erhielten Rekruten neben den hohen Stiefeln ein Paar Schnürschuhe, das zunächst hauptsächlich während der Ausbildung, bei Arbeitsdiensten und für Tätigkeiten getragen wurde, bei denen die wertvolleren Marschstiefel geschont werden sollten.
Mit Beginn des Krieges gewann die Einsparung von Leder zunehmend an Bedeutung. Die hohen Schaftstiefel benötigten wesentlich mehr Material und waren aufwendiger in der Herstellung.
Ab 1940 wurde deshalb die Verwendung der Schnürschuhe zusammen mit der Felduniform zunehmend erweitert. Gleichzeitig wurden Gamaschen eingeführt, die den Bereich zwischen Schuh und Hose abdeckten.
Ab 1941 wurden Schnürschuhe verstärkt auch an Kampftruppen und neue Rekruten ausgegeben. Bis 1943 war die Kombination aus kurzen Schnürschuhen und Gamaschen in der Wehrmacht weit verbreitet.
Die heute als M43 bezeichnete Ausführung stellt eine spätkriegszeitliche Weiterentwicklung dieser bereits seit Jahren verwendeten Schuhe dar.
Die Fertigung wurde zunehmend vereinfacht. Ein besonders sichtbares Merkmal war der niedrigere Schaft, durch den zusätzliches Leder eingespart werden konnte.
Der Verschluss erfolgte durch Schnürung. Je nach Hersteller und Fertigungsperiode konnten sich Anzahl und Anordnung von Ösen beziehungsweise Schnürhaken unterscheiden.
Diese Unterschiede sind bei historischen Originalen keineswegs ungewöhnlich. Die Produktion erfolgte durch zahlreiche Hersteller, während Materialversorgung und Fertigungsvorschriften im Laufe des Krieges mehrfach verändert wurden.
Der knöchelhohe Schnitt bot ausreichend Halt und ließ sich durch die Schnürung relativ genau an den Fuß des Trägers anpassen.
Je nach Fertigung konnten unterschiedliche Lederoberflächen miteinander kombiniert werden. Glattes Leder und nach außen verarbeitetes Rauleder sind bei verschiedenen historischen Ausführungen dokumentiert.
Die Sohlen waren traditionell robust konstruiert und häufig mit zahlreichen Schuhnägeln beziehungsweise Nägelnversehen.
Diese Metallbeschläge verlangsamten die Abnutzung der Ledersohle erheblich und verbesserten auf vielen Untergründen die Haltbarkeit des Schuhwerks.
Zusätzliche Eisenbeschläge an Absatz und teilweise Spitze schützten besonders stark belastete Bereiche.
Die Verwendung von Metallbeschlägen hatte allerdings auch Nachteile. Auf glatten Steinböden, Beton oder vereistem Untergrund konnten die Schuhe rutschig werden. Im Winter leitete das Metall außerdem Kälte durch die Sohle.
Die Schnürschuhe wurden typischerweise zusammen mit Gamaschen getragen.
Diese umschlossen den oberen Bereich des Schuhes und den unteren Teil des Beines. Dadurch wurde verhindert, dass Schmutz und kleine Fremdkörper leicht in den Schuh gelangten.
Gleichzeitig hielten die Gamaschen die Hosenbeine in Position und bildeten eine funktionelle Verbindung zwischen der spätkriegszeitlichen Keilhose und den knöchelhohen Schuhen.
Der größte Vorteil war jedoch wirtschaftlicher Natur. Ein kurzer Schnürschuh benötigte wesentlich weniger Leder als ein hoher Marschstiefel.
Die Schutzwirkung am unteren Bein konnte stattdessen durch eine vergleichsweise preiswerte Stoffgamasche ergänzt werden.
Mit der zunehmenden Verbreitung dieser Kombination veränderte sich auch das typische Erscheinungsbild des deutschen Soldaten.
Die Silhouette der frühen Kriegsjahre mit hohen Stiefeln wurde zunehmend durch die spätkriegszeitliche Kombination aus Keilhose, Schnürschuhen und Gamaschen ersetzt.
Die Marschstiefel verschwanden dennoch nicht sofort. Bereits ausgegebene und noch brauchbare Stiefel wurden weiterhin getragen und vorhandene Lagerbestände weiterhin ausgegeben.
Daher konnten innerhalb einer einzigen Einheit verschiedene Arten von Schuhwerk nebeneinander vorkommen.
Auch die Bezeichnung M43 sollte nicht so verstanden werden, als seien Schnürschuhe erst 1943 eingeführt worden.
Der Grundtyp war wesentlich älter. Die heutige Modellbezeichnung dient vor allem dazu, die vereinfachten spätkriegszeitlichen Ausführungen von früheren Varianten zu unterscheiden.
Im Verlauf des Jahres 1944 wurden weitere Produktionsvereinfachungen vorgenommen. Veränderungen an Schaft, Nähten und Sohlen führten zu mehreren Varianten, die heute teilweise als M44 bezeichnet werden.
Die Schnürschuhe M43 stehen damit exemplarisch für die Entwicklung der deutschen Kriegswirtschaft: Aus einem ursprünglich überwiegend für Ausbildung und Arbeitsdienst vorgesehenen Schuh wurde schrittweise eine der wichtigsten Feldschuharten der Wehrmacht.
Historische Besonderheit: Das bekannte Bild des deutschen Soldaten in hohen schwarzen Marschstiefeln entspricht vor allem den frühen Kriegsjahren. Bereits 1943 waren Schnürschuhe mit Gamaschen sehr weit verbreitet. Ausschlaggebend war vor allem die Materialersparnis: Ein deutlich kürzerer Lederschaft bedeutete bei Millionen herzustellender Paar Schuhe eine enorme Einsparung wertvollen Leders.
| Material | Obermaterial: 100 % Veloursleder (Rind) Sohle: 100 % Rindsleder Innensohle: 100 % Rindsleder Schnürsenkel: 100 % Baumwolle- Profilsohle für besseren Halt - 9-Loch-Schnürung |