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Splittertarn-Tarnhemd des Heeres mit charakteristischem geometrischem Splittermuster, weitem Überzieh-Schnitt, geschnürter Halsöffnung und Taillenzugband. Als leichte Tarnbekleidung eingeführt, wurde es besonders mit Scharfschützen, Spähtrupps und Soldaten mit erhöhtem Tarnbedarf in Verbindung gebracht.

Das Splittertarn-Tarnhemd gehört zu den charakteristischsten Tarnbekleidungsstücken des Heeres während des Zweiten Weltkriegs. Seine Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung persönlicher Tarnbekleidung, nachdem Tarnmuster zunächst vor allem auf Ausrüstungsgegenständen verwendet worden waren.
Grundlage war der Buntfarbenaufdruck 31, heute allgemein als Splittertarnmuster bezeichnet. Das bereits 1931 eingeführte Muster wurde zunächst besonders durch die Zeltbahn 31 bekannt.
Das Muster besteht aus scharfkantigen, geometrischen grünen und braunen Flächen auf einem helleren Grund. Darüber verlaufen die charakteristischen feinen, meist vertikal angeordneten Strichgruppen, die häufig als Regentropfen- oder Regenmuster bezeichnet werden.
Die großen geometrischen Flächen sollten die Konturen aufbrechen, während die feinen Linien zusätzlich dafür sorgten, gleichmäßige Farbflächen optisch zu unterbrechen.
Erst während des Zweiten Weltkriegs wurde dieses bewährte Muster zunehmend für persönliche Tarnbekleidungeingesetzt. Um 1942 erschien beim Heer das Tarnhemd als leichte Überziehbekleidung, die über der normalen Felduniform getragen werden konnte.
Der Schnitt war bewusst weit und großzügig ausgelegt. Das Tarnhemd musste schließlich über Feldbluse und gegebenenfalls weitere Bekleidungsschichten passen und sollte gleichzeitig die menschliche Körperform weniger deutlich erkennbar machen.
Die Konstruktion entsprach einem Schlupfhemd beziehungsweise Überziehhemd. Es besaß keine vollständige vordere Knopfleiste, sondern wurde über den Kopf angezogen.
Die Halsöffnung konnte über eine charakteristische Schnürung angepasst werden. Dadurch ließ sich die Öffnung nach dem Anziehen enger schließen.
In Taillenhöhe befand sich ein weiteres Zugband, mit dem die Weite des Kleidungsstücks reguliert werden konnte. Der Soldat konnte das Tarnhemd dadurch an seine Körperform und die darunter getragene Ausrüstung anpassen.
Die Ärmel waren ebenfalls großzügig geschnitten und endeten in verstellbaren Ärmelabschlüssen, die mit Knöpfen enger gestellt werden konnten.
Auf Brusthöhe befanden sich charakteristische Durchgriffsöffnungen. Sie ermöglichten den Zugriff auf die darunter getragene Feldbluse beziehungsweise auf persönliche Gegenstände, ohne das Tarnhemd vollständig ausziehen zu müssen.
Historische Stücke der frühen Splittertarn-Ausführung waren auf einer Seite im Splittermuster bedruckt, während die Gegenseite hell beziehungsweise weiß gehalten war. Dadurch konnte das Tarnhemd auch zur Tarnung in verschneiter Umgebung genutzt werden.
Besonders häufig wird dieses Kleidungsstück heute mit Scharfschützen in Verbindung gebracht und entsprechend als Scharfschützen-Tarnhemd oder „Sniper Smock“ bezeichnet.
Diese Verbindung ist durchaus nachvollziehbar. Für Scharfschützen war die Tarnung von besonderer Bedeutung, und ein lockeres Tarnhemd konnte sowohl die feldgraue Grundfarbe der Uniform verdecken als auch die erkennbare menschliche Silhouette aufbrechen.
Das Tarnhemd war jedoch nicht ausschließlich Scharfschützen vorbehalten. Es wurde auch von anderen Soldaten getragen, insbesondere dort, wo Tarnung und verdeckte Bewegung von besonderer Bedeutung waren.
Die frühe kapuzenlose Splittertarn-Ausführung ist besonders eng mit der Division Großdeutschland verbunden und auf zeitgenössischen Aufnahmen bei Angehörigen dieses Verbandes dokumentiert.
Im Gegensatz zur Waffen-SS verwendete das Heer persönliche Tarnbekleidung zunächst in deutlich geringerem Umfang. Das Splittertarn-Tarnhemd nimmt deshalb innerhalb der Uniformgeschichte des Heeres eine wichtige Stellung ein.
Es kennzeichnet den Übergang von Tarnmustern, die hauptsächlich auf Zeltbahnen und Ausrüstungsstücken verwendet wurden, hin zu speziell gefertigten Kleidungsstücken zur persönlichen Tarnung.
Im weiteren Kriegsverlauf wurden zusätzliche Tarnhemden entwickelt. Spätere Ausführungen konnten einen integrierten Kopfteil beziehungsweise eine Kapuze besitzen und wurden häufig in den neuen Sumpftarnmustern hergestellt.
Diese Sumpfmuster unterschieden sich optisch deutlich vom ursprünglichen Splittermuster. Die harten geometrischen Formen wurden durch weichere und stärker ineinander übergehende Farbflächen ersetzt.
Bei erhaltenen Originalen sind unterschiedliche Stoffe, Farbtöne und kleinere Konstruktionsabweichungen bekannt. Solche Unterschiede sind typisch für eine Bekleidungsart, die während des Krieges weiterentwickelt und von verschiedenen Herstellern gefertigt wurde.
Historische Besonderheit: Das heute allgemein verwendete Wort „Splittertarn“ war nicht die ursprüngliche offizielle Bezeichnung des Musters. Das 1931 eingeführte Tarnmuster wurde als Buntfarbenaufdruck 31 bezeichnet. Seine heute bekannte Bezeichnung entstand aus den charakteristischen kantigen Flächen, die an Splitter beziehungsweise geometrische Bruchstücke erinnern. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses weltbekannte Tarnmuster zunächst vor allem für die Zeltbahn vorgesehen war. Erst viele Jahre später wurde daraus persönliche Tarnbekleidung wie das Tarnhemd entwickelt.
| Material | 100 % Baumwolle |