Neu
Tropenfeldbluse M40 des Heeres, entwickelt für den Einsatz in heißen und tropischen Klimazonen und besonders durch den Nordafrikafeldzug bekannt geworden. Charakteristisch sind fünf Frontknöpfe, vier aufgesetzte Taschen mit Mittelfalten, der offene Kragen und die typische olivgrüne Grundfarbe, die durch Sonne und intensiven Gebrauch stark ausbleichen konnte.

Die Tropenfeldbluse M40 gehört zu den charakteristischsten Bekleidungsstücken der tropischen Uniformierung des Heeres während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde Ende 1940 und Anfang 1941 im Hinblick auf den bevorstehenden Einsatz deutscher Truppen in Nordafrika entwickelt und sollte eine für hohe Temperaturen wesentlich besser geeignete Alternative zur feldgrauen Feldbluse des europäischen Kriegsschauplatzes bieten.
Mit der Entsendung deutscher Verbände nach Libyen und der Entstehung des später weltbekannten Deutschen Afrikakorps musste innerhalb kurzer Zeit eine vollständige Tropenausrüstung bereitgestellt werden. Hitze, intensive Sonneneinstrahlung, Staub und Sand stellten vollkommen andere Anforderungen an Bekleidung und Ausrüstung als das mitteleuropäische Klima.
Die Tropenfeldbluse übernahm wesentliche Grundzüge der zeitgenössischen Felduniform des Heeres, erhielt jedoch eine für warme Klimazonen geeignetere Konstruktion. Der Schnitt war praktisch und vergleichsweise locker, wodurch Luftzirkulation und Bewegungsfreiheit verbessert wurden.
Der Kragen konnte offen mit sichtbaren Revers getragen werden. Gerade diese offene Trageweise prägte wesentlich das charakteristische Erscheinungsbild der deutschen Tropenuniform auf zeitgenössischen Fotografien.
Die Vorderseite wurde durch fünf Knöpfe geschlossen. Insgesamt verfügte die Bluse über vier aufgesetzte Außentaschen, jeweils zwei auf Brust- und Hüfthöhe.
Alle vier Taschen besaßen die typische senkrechte Mittelfalte, durch die sich das Volumen der Tasche vergrößern ließ. Darüber lagen geformte Taschenklappen mit Knopfverschluss. Diese relativ aufwendige Taschengestaltung ist eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale der frühen Tropenfeldbluse.
Bei Originalstücken sind häufig olivfarbig lackierte Knöpfe zu beobachten. Viele wurden mit Ringen befestigt und konnten dadurch leichter entfernt werden, beispielsweise für Pflege- und Reinigungsarbeiten.
Auf den Schultern befanden sich Schlaufen und Knöpfe zur Aufnahme der abnehmbaren Schulterklappen. Für die Tropenuniform wurden besondere Schulterklappen gefertigt, deren Paspelierung durch die entsprechende Waffenfarbeweiterhin die Truppengattung des Soldaten erkennen ließ.
Auch die Hoheits- und Kragenabzeichen wurden an die Tropenbekleidung angepasst. Auf der Brust wurde das Hoheitsabzeichen in Tropenausführung getragen, während der Kragen mit den entsprechenden Tropen-Kragenspiegeln beziehungsweise Litzen versehen wurde.
Die Farbtöne dieser Effekten waren auf die olivfarbene Uniform abgestimmt und unterschieden sich deutlich von vielen Abzeichen der feldgrauen europäischen Felduniform.
Im Inneren verfügte die Bluse über die für ein militärisches Einsatzkleidungsstück notwendigen Verstärkungen und Einrichtungen. Dazu gehörten Elemente zur Unterstützung der getragenen Ausrüstung sowie bei regulären Ausführungen eine Tasche für das Verbandpäckchen.
Besonders interessant ist die Farbentwicklung der Tropenfeldbluse. Neue Stücke konnten einen deutlich olivgrünen, khakigrünen oder bräunlich-oliven Farbton besitzen. Das heute so stark mit dem Afrikakorps verbundene helle Beige entsprach daher keineswegs immer der ursprünglichen Farbe eines fabrikneuen Kleidungsstückes.
Die außergewöhnlich starke Sonneneinstrahlung in Nordafrika führte zusammen mit Staub, Schweiß und häufigem Waschen zu einer teilweise extremen Ausbleichung des Stoffes. Aus einem kräftigen Olivgrün konnte im Laufe des Einsatzes ein helles Khaki oder sogar ein nahezu weißlicher Farbton entstehen.
Erhaltene Originalstücke weisen deshalb eine enorme Bandbreite unterschiedlicher Farben auf. Diese Unterschiede sind keineswegs zwangsläufig auf verschiedene Uniformmodelle zurückzuführen, sondern können allein das Ergebnis unterschiedlich starker Nutzung und Sonneneinstrahlung sein.
Obwohl die Tropenfeldbluse heute fast automatisch mit dem Deutschen Afrikakorps verbunden wird, war ihr Einsatz nicht ausschließlich auf Nordafrika beschränkt. Tropenuniformen wurden später auch in Italien, auf dem Balkan, im Mittelmeerraum und in anderen südlichen Einsatzgebieten getragen.
Dadurch überdauerte die praktische Bedeutung der Tropenbekleidung sogar das Ende des eigentlichen Afrikafeldzuges.
Die heute verwendete Bezeichnung M40 dient vor allem der systematischen Einordnung durch Sammler und Uniformkundler. Originale Blusen wurden nicht einfach mit einer sichtbaren Modellbezeichnung „M40“ versehen. Im Inneren finden sich vielmehr Größenstempel, Herstellerkennzeichnungen, Bekleidungsamtstempel und Jahresangaben.
Die Tropenfeldbluse M40 dokumentiert somit einen wichtigen Entwicklungsschritt der deutschen Feldbekleidung. Sie kombinierte die vertraute Erscheinung der frühen Feldbluse mit einer Konstruktion, die konsequent an die besonderen klimatischen Bedingungen eines vollkommen neuen Kriegsschauplatzes angepasst wurde.
Historische Besonderheit: Die berühmte sandfarbene Erscheinung des Afrikakorps entstand teilweise erst während des tatsächlichen Einsatzes. Viele Tropenfeldblusen wurden ursprünglich in einem deutlich olivgrünen Farbtonausgegeben. Durch monatelange intensive Sonneneinstrahlung und häufiges Waschen konnten sie jedoch extrem ausbleichen. Von erhaltenen Originalen sind Stücke bekannt, deren ursprüngliches Grün fast vollständig verschwunden ist und die heute beinahe weiß wirken. Der Farbton einer getragenen Tropenfeldbluse konnte somit gewissermaßen zu einem sichtbaren Zeugnis ihres Einsatzes unter der afrikanischen Sonne werden.
| Material | Obermaterial: 100 % Baumwolle Futter: 100 % Baumwolle |