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Soldbuch der Waffen-SS aus dem Zweiten Weltkrieg, das zugleich als Personalausweis diente. Es verzeichnete Personal- und Dienstdaten, SS-Dienstgrad, Einheiten, Soldgruppe, ausgegebene Bekleidung und Waffen sowie Impfungen, Lazarettaufenthalte, Urlaub, Beförderungen und Auszeichnungen.

Das Soldbuch der Waffen-SS war das persönliche Dokument eines Angehörigen im aktiven Dienst. Es erfüllte gleichzeitig die Funktion eines Verwaltungsheftes, eines Nachweises für den Empfang des Soldes und eines militärischen Personalausweises. Der Inhaber musste es bei sich führen und den zuständigen Dienststellen auf Verlangen vorlegen.
Das Soldbuch besaß ein kompaktes, zum Mitführen in der Uniform geeignetes Format. Es bestand aus vorgedruckten Papierseiten mit einem Umschlag aus Karton. Seitenzahl, Gliederung, Umschlagfarbe und Beschriftung änderten sich je nach Ausgabe und Herstellungszeitraum. Auf verschiedenen Ausführungen befand sich die Bezeichnung „SS-Soldbuch zugleich Personalausweis“, ergänzt durch die für die jeweilige Ausgabe vorgesehenen Hoheitszeichen.
Die Angaben wurden handschriftlich oder maschinell eingetragen und durch Unterschriften, Verwaltungsstempel und Truppenstempel beglaubigt. Amtliche Eintragungen durften nur von den zuständigen Dienststellen und hierzu berechtigten Personen vorgenommen werden. Bei den entsprechend vorgesehenen Ausgaben wurde ein Lichtbild des Inhabers im Umschlag befestigt und mit einem teilweise über das Foto reichenden Dienststempel gesichert.
Die ersten Abschnitte enthielten gewöhnlich Familien- und Vornamen, Geburtsdatum und Geburtsort, Wohnanschrift, Beruf, persönliche Merkmale, die Unterschrift des Inhabers sowie die Anschrift des nächsten Angehörigen. Hinzu kamen die Soldbuchnummer, die Nummer der Erkennungsmarke, die Blutgruppe, die ausstellende Einheit und der Dienstgrad nach der Rangordnung der SS.
Die dienstlichen Seiten dokumentierten Truppenteile, Versetzungen, Beförderungen und die verwaltungsmäßige Stellung des Inhabers. Die eingetragene Soldgruppe bestimmte die Höhe seiner Geldbezüge. Das Soldbuch bestätigte außerdem die Berechtigung, ausstehenden Sold bei einer zuständigen Zahlstelle zu erheben, wenn die Auszahlung durch den eigenen Truppenteil nicht erfolgt war.
Besondere Abschnitte dienten zur Erfassung der ausgegebenen Bekleidung und Ausrüstung. Dazu konnten Uniformstücke, Schuhwerk, Feldausrüstung, persönliche Waffen, Gasmaske und weitere überlassene Gegenstände gehören. Die Einträge dokumentierten Ausgabe, Rückgabe, Ersatz und Ergänzung der militärischen Ausstattung.
Die medizinischen Angaben konnten Impfungen, ärztliche Untersuchungen, Brillenverordnungen, Zahnbehandlungen und Aufenthalte in militärischen Lazaretten umfassen. Weitere Seiten waren für Urlaub, Zulagen, Auszeichnungen, Kampfabzeichen, anerkannte Verwundungen und andere verwaltungsmäßige Vermerke vorgesehen.
Bei einem Wechsel des Truppenteils oder Dienstgrades wurden ältere Angaben häufig durchgestrichen, blieben jedoch lesbar und wurden durch neue Einträge ersetzt. Die Abfolge von Stempeln, Daten, Unterschriften und Berichtigungen konnte dadurch die verschiedenen Stationen des Dienstweges dokumentieren, darunter Feld-, Ausbildungs-, Ersatz- und Lazaretteinheiten.
Die Waffen-SS bildete den bewaffneten Teil der SS und entwickelte sich aus Formationen wie der SS-Verfügungstruppeund den SS-Totenkopfverbänden. Mit ihrer Erweiterung entstanden Divisionen und Einheiten mit deutschem, germanischem sowie freiwillig oder zwangsweise rekrutiertem Personal zahlreicher anderer Nationalitäten. Diese Entwicklung spiegelt sich in unterschiedlichen Truppenbezeichnungen, Stempeln, Abkürzungen und fremdsprachigen Personalangaben wider.
Der Umschlag allein ermöglicht keine Bestimmung der Einheit oder des Dienstweges. Maßgeblich sind die Eintragungen im Inneren, Truppenstempel, Feldpostnummern, Verwaltungsabkürzungen und die chronologische Folge der vorgenommenen Änderungen.
| Länge | 14.5 cm |
| Breite | 10.5 cm |